Schwabenrundfahrt mit meiner 50er Vespa 

Seit kurzer Zeit habe ich wieder Kontakt zu einem alten Freund aus der Kindheit aus meiner alten Heimat. Wir hatten mal ausgemacht, dass wenn es das Wetter erlaubt ich ihn mal mit der Vespa besuchen komme. Nachdem das Wetter Ende Mai noch gerade der Hammer war haben wir uns spontan abgesprochen und ich bin zu einer schönen Schwabenrundfahrt mit der 50er Vespa in die alte Heimat aufgebrochen. Zurück in die wunderschöne Landschaft und Dörfer wo ich als Kind mit meinem BMX und Mountainbike rumgeflitzt bin.

Schwabenrundfahrt – Planung

Die Strecke runter waren gerade knapp über 200km. Ich wollte an einem Freitag los und habe noch überlegt insgesamt 3 Tage zu fahren und noch wo einen Zwischenstop einzulegen. Nachdem die Wettervorhersage aber für den Sonntag schon heftige Gewitter gemeldet hatte, habe ich also die Tour einfach nur hin und zurück jedoch mit einem kleinen Schwenker geplant. Und ich war echt überrascht wie unterschiedlich die Rückreise war – ich bin fett durch den Schwarzwald gefahren 🙂.


Tag 1:  Rimbach – Gomaringen (217 km)

Das Wetter war an dem Freitag echt noch traumhaft. Um 8.30 bin ich schon losgekommen. Diesmal musste ich auch nicht durch die Rheinebene sondern durfte idyllisch über kleine Landstrassen tief durch den Odenwald gondeln.

Hier an der Stelle habe ich früher schon bei kleineren Ausfahrten öfters ein Bild gemacht. Eine herrliche Stelle auf einer kleinen Strasse hoch nach Wald-Michelbach mit einem tollen Blick. Nun habe ich das auchmal online verewigt 🙂

Auch immer wieder lustig wenn bei uns durch den Odenwald fährt… erst kann man rechts abbiegen nach Strassburg und ein paar Kilometer weiter ist man schon in Korsika. Da hatte sich wohl einmal vor vielen vielen Jahren jemand einen Spass mit den Namen gemacht…

An dem kleinen Parkplatz habe ich noch kurz angehalten und nachdem da ein geschickter Pfosten für die Kamera stand konnte ich mal noch ein Selfie machen. Zu dem Zeitpunkt so um kurz nach 9.00 war es stellenweise in den schattigen Wäldern noch angenehm frisch und ich hatte nur T-Shirt und meinen Motorrad Hoodie an.

Herrliches Wetter, traumhaft schöne Landschaft und leere Strassen. Was für ein Luxus dass ich da durchgondeln durfte 🙂.

Um 9.45 bin ich unten bei Hirschhorn am Neckar Ufer angekommen wo ich die große Brücke rüber genommen habe.

Auf der anderen Seite fuhr ich noch ein Stück am Neckar entlang. Hier mit Blick auf die Burg Hirschhorn, bis es dann tiefer runter Richtung Süden ging.

Die Landschaft war schön wechselhaft, hier mit etwas Wald den Berg hoch…

Dann wieder viele Felder, Wiesen und Blumen.

Hier an der Stelle war ich schon durch Sinsheim durch. Sinsheim war nicht der schönste Abschnitt von meiner Tour, aber die Stadt ist nicht allzu groß und ich war überrascht, dass es danach doch wieder schön ländlich wurde…hier mit Blick auf die Burg Steinsberg bei Weiler.

Weiter viele Felder und Wiesen die zum Teil auch schon gemäht waren und so richtig nach Kindheit dufteten…und wenig Schatten. Mittlerweile war es super heiss geworden mit über 30 Grad…wie in Südfrankreich letztes Jahr 🙂.

Als ich gerade durch ein kleines Dorf namens “Kürnbach” gefahren bin sah ich ein Schild “Historischer Ortskern”. Zack, kurze Bremsung, umgredreht und bin da reingefahren um mir das anzuschauen…und ja in der Tat, das war echt totol schnuckelig da drin. Kleine Gassen, viele Fachwerkhäuser und etwas Schatten für eine kleine Pause. 

Meine richtige Essenspause an dem Tag habe ich dann aber erst ein paar Kilometer später gemacht. Ganz gesund und auch gar nicht soo viel. Wir wollten ja abends noch grillen. Da freute ich mich schon drauf 🙂.

Bei Mühlacker musste ich kurz auf eine Bundesstrasse um dann wenige Meter wieder auf so eine Strasse abzubiegen. Schon krass was für total schöne kleine Kreisstrassen es hier gibt.

Kurzer Fotostopp in Mönsheim. Nichts weltbewegendes aber so ein fetter Turm steht auch nicht gerade in jedem Dorf mitten drin…

Viel Felder Wiesen und Sonnenschein. Mittlerweile bin ich wieder wunderbar luftig im Tanktop wie im Urlaub durch die Gegend gegondelt.

In “Hausen an der Würm” durfte ich noch über die schöne kleine Brücke über das kleine Flüßchen Würm fahren. Nebenan haben ein paar Kinder in der Hitze brav am Ufer und im Wasser gespielt. Was für eine Sommeridylle.

Ein paar Kilometer nach Dätzingen. Natur pur!!

Die alte Heimat kommt in Sicht.

Da hinten am Horizont war schon der Albtrauf zu sehen. Ich näherte mich dem Ziel.

Mittlerweile war ich schon durch Herrenberg und Rottweil durch. Zwischen Dettingen und Ofterdingen fuhr ich kilometerlang durch wunderschönes Naturschutzgebiet. Nur leider gab es ausser diesem einen Stop keine Möglichkeit anzuhalten – wohl zum Schutz der Natur 🙂.

Blick auf Öschingen.

Das hier war Gönningen und auf dem zweiten Bild ist der Rossberg zu sehen. War schon ein komisches Gefühl nach all den Jahren nun mit der Vespa wie ein Tourist hier durchzugondeln. Die ganzen Namen kamen mir alle bekannt vor aber es war doch irgendwie als ob ich es zum ersten Mal gesehen hatte. Das eigentlich Ziel Gomaringen war nur wenige Kilometer entfernt aber ich wollte an dem Tag noch kurz einen Abstecher nach Ohmenhausen machen.

Dieser kleine Schotterplatz ist auf dem ehemaligen Panzergelände bei Ohmenhausen/ Reutlingen. Als Kind bzw. Jugendlicher war das ganze Gelände der Abenteuerspielplatz schlechthin. Es hatte immer etwas leicht Verbotenes dort rumzuradeln, man konnte Platzpatronen finden welche die Soldaten weggeworfen oder verloren hatten. Es gab Schützengräben und es war einfach insgesamt eine sehr interessante Landschaft für Lausbuben mit einem Mountainbike mit damals sagenhaften Trommelbremsen. Ehrlich gesagt…keine Ahnung wie es da drin nun weiter aussah…so tief wollte ich mit der Vespa da nicht reinfahren. Wäre heutzutage als Erwachsener nicht leicht verboten gewesen glaube ich sondern einfach verkehrswidrig! 

Ein paar Meter weiter dann die Ortseinfahrt Ohmenhausen (von Gönningen kommend). In Ohmenhausen hatte ich als Kind 7 Jahre gelebt. Bisher der Ort wo ich am längsten an einem Stück gelebt habe. War eine tolle Kindheit dort!

Meine alte Grundschule. Mann war das alles klein. Als Kind war das ganze Gelände und die Gegend drumrum so groß. Irgendwie hatte ich als kleines Kind einen anderen Massstab.

Die Dorfstrasse wo auch die Busshaltestelle war als ich dann damals jeden Tag mit dem Schulbus nach Reutlingen zur Schule gefahren bin.

Und hier hinten links das Haus mit dem mittlerweile roten Strich war das Haus wo ich den Großteil meiner Kindheit verbracht habe. Funfact: Der große Baum den man hinter dem Haus unschwer erkennen kann, hatte ich vor ca 50 Jahren in meinem “kleinen Garten” eingepflanzt. Das war damals ein kleiner Trieb, keine 5cm groß den ich zwischen zwei Stufen an unserer Steintreppe gerettet hatte und in das Stückchen Erde was mir meine Eltern als Garten überlassen hatte eingepflanzt. Wie toll dass der Baum dort noch immer steht!

Nach diesen Eindrücken und all den geweckten Erinnerungen bin ich dann leicht nostalgisch und ganz entspannt noch die letzten paar Kilometer nach Gomaringen gefahren um meinen guten alten Freund Michael und seine Familie zu treffen. Wie schön! Ich wurde fürstlich bewirtet, Michael hat gegrillt wie ein Weltmeister und zusammen mit seiner Familie sassen wir bis spät in die Nacht draussen und haben über alten Zeiten und dies und das geplaudert. 

Die beiden waren so lieb und hatten mir den Wohnwagen als Schlafgemach hingerichtet. Die Vespa stand schön davor, die Terasse mit dem Grill war auch nur wenige Meter entfernt. Was für ein idylisches schönes Eck. Wie im Urlaub 🙂

Tag 2: Gomaringen – Rimbach (225 km)

Für die Rückreise hatte ich mir ja noch einen Schlenker durch den Schwarzwald eingeplant um nicht einfach die gleiche Strecke wie am Vortag zurück zu fahren. Somit kamen noch ein paar Kilometer dazu. Aber ich hatte ja zumindest keinen festen Zeitpunkt wo ich daheim sein musste… das einzige wo ich etwas Sorgen hatte waren die Gewitter. In Rimbach hatte es in der Nacht schon kräftig gewittert berichtete mir meine Frau…

Ich bin nach einem schönen entspannten Frühstück so um 10.00 losgekommen. Das Wetter war okay. Angenehme Temperatur für ein T-Shirt und Flanellhemd drüber – der Himmel war leicht bedeckt.

Der Anfang der Strecke führte mich wieder von Ofterdingen nach Dettingen durch das Naturschutzgebiet, nur von der anderen Richtung aus. Schöne Gegend dort!

Teilweise wurde das Wetter sogar richtig schön mit blauem Himmel und Sonnenschein.

Bei Emmingen/ Pfrondorf ging es schön kurvig den Berg runter, bis ich dann unten links Richtung Rotfelden abgebogen bin und ich irgendwie plötzlich im Schwarzwald war.


Schwarzwald Mitte / Nord

Das war schon eine Überraschung. Ich hatte zwar schon geplant in den Schwarzwald zu fahren aber irgendwie hatte ich von der Mitte bzw. dem Norden des Schwarzwaldes nicht so ein richtiges Schwarzwald feeling erwartet. Wieder was gelernt.

Die nächsten so ca. 50km bin ich also bis nach Pforzheim hoch durch den Schwarzwald gegondelt.

Teilweise gab es auch viel Wiese in dem Schwarzwald Abschnitt. Der Himmel hatte sich so langsam zugezogen…

Mittlerweile war ich an Pforzheim vorbei. Hier ein kleiner Stopp bei Mitteltal / Stein kurz vor Bretten.

Ein paar Kilometer nach Bretten bei Menzingen. Uih uih uih…es wurde immer dunkler – es würde doch hoffentlich noch halten?

Ich wollte es nicht riskieren doch noch in ein Unwetter zu kommen und bin die nächsten 1-2 Stunden durchgedüst bis ich ohne Probleme bei Neckargemünd den Neckar überquert hatte und ich gefühlt schon fast daheim war. Hier ein Bild wieder zurück im schönen Odenwald 🙂.

Nach Abtsteinach, wenige Kilometer vor Rimbach geht es schön kurvig den Berg runter. Das Wetter hielt noch immer!

Daheim angekommen hat Lisa schon unten mit der Handykamera auf mich gewartet und hat meine Ankuft dokumentiert ❤️

Fazit: Schwabenrundfahrt mit der Vespa

Was für eine tolle Tour. Es muss also nicht immer gleich für viele Tage sein und ins Ausland gehen. Mit den “nur” 2 Tagen war das bisher meine kürzeste Tour. Aber das Wetter hat gepasst und somit war es super schön durch die tollen unterschiedlichen Landschaften bei uns im Süden Deutschlands zu gondeln. Was diesmal die Tour noch ganz besonders gemacht hat war der “trip down memory lane” und natürlich meinen alten Freund nach all den Jahren mal wieder zu sehen. Das ist natürlich schwer zu toppen bei den kommenden Touren 🙂. Dieses Jahr will ich nachwievor nach Österreich, Slowenien, Italien, Allgäu und wieder zurück. Wenn nichts dazwischenkommt sollte es in wenigen Wochen losgehen… Yeah! 


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