Slowenien Tour mit meiner 50er Vespa

Letztes Jahr war ich ja mit meiner kleinen Vespa in Südfrankreich. Für dieses Jahr hatte ich mir eine Tour nach Slowenien vorgenommen. Ich hatte eigentlich nur Gutes über Slowenien gehört und ich war bisher noch nie dort. Eine Gelegenheit das mit der 50er Vespa ganz gemütlich nachzuholen. Nachdem meine Rückreise letztes Jahr über das Hahntennjoch bei 3 Grad und Dauerregen nicht so toll war wollte ich das dieses Jahr noch einmal versuchen. Somit habe ich den Rückweg der diesjährigen Tour wieder über Österreich die gleiche Strecke geplant. Das Wetter hat dieses Jahr über die gesamte Tour toll gehalten. Und Ich hatte wieder viele Gipfel zu erklimmen, super schöne Aussichten viel tükisfarben leuchtendes Wasser und ein paar kleiner Abenteuer 😊.  

Slowenien Tour – Planung

Nach meinen Erfahrungen bisher wollte ich die Tagesetappen nicht allzu lang machen. Insgesamt waren es geplante 2042 km. Dafür hatte ich mir 13 Tage vorgenommen. Letztendlich wurden es dann mit ein paar spontanen Abstechern um Dinge anzuschauen und die ein oder andere kleine Umfahrung dann gefahrene 2224km. Es hat dieses Jahr bis auf einen Tag auch wirklich alles mit der Route geklappt: Auf dem screenshot meiner Tour unten kann man einen “kleinen Abstecher” unten in Italien sehen. Das war eine Pass/ Strassensperre was mich gezwungen hatte umzukehren und einen riesen Bogen zu fahren. Dafür durfte ich an dem Tag mega Bergkulissen sehen… aber dazu später mehr.

Hier das Höhenmeter Profil für die Tour. Die drei Spitzen zum Ende der Tour hin waren der Jaufenpass (2094 Hm), das Timmelsjoch (2474 Hm) und das erwähnte Hahntennjoch (1894 Hm).

Slowenien Vespa Tour – Inhaltsverzeichnis

Hier wie gewohnt die einzelnen Tage als Kapitel mit Links die zu dem jeweiligen Tag führen. Oder einfach runterscrollen und alles auf einmal lesen 🙂


Tag 1:  Rimbach – Ansbach (Durch den schönen Odenwald nach Bayern)
Tag 2:  Ansbach – Bad Kötzting/ DE (Durch schöne Landschaften in Bayern)
Tag 3:  Bad – Kötzting/ DE – Gallspach/ AT (Durch den Bayrischen Wald nach AT rüber)

Tag 4:  Gallspach/ AT – Sankt Lorenz/ AT (Durch die herrliche Kalkalpen Region)
Tag 5:  Sankt Lorenz/ AT – Stein im Jauntal/ AT (Über schöne kleine Strassen Richtung Süden)
Tag 6:  Stein im Jauntal/ AT –  Goreljek/ SI (Traumhafte Bergkulissen in Slowenien)
Tag 7:  Goreljek/ SI – Tolmin/ SI (Tolle Landschaften und durch das Soča-Tal) 
Tag 8:  Tolmion/ SI – Presenaio/ IT (Eine Strassensperrung, dafür mega Aussichten auf die Dolomiten)
Tag 9:  Presenaio/ IT – Vipiteno/ IT (Dolomiten und Südtirol bei schönstem Wetter)
Tag 10:  Vipiteno/ IT – Arzl im Pitztal/ AT (Bergetappe: Jaufenpass und Timmelsjoch an einem Tag)
Tag 11:  Arzl im Pitztal/ AT – Reinhardsweiler/ DE  (Über das Hahntennjoch und durch das Lechtal)
Tag 12:  Reinhardsweiler/ DE – Bad Teinach (Bei brütender Hitze in den Schwarzwald)
Tag 13:  Bad Teinach – Rimbach (Ein früher Start und mit Vollgas nach Rimbach zurück)

Tag 1:  Rimbach – Ansbach (196 km)

Die Wettervorhersage die Tage vor meiner geplanten Abfahrt (Di, 16.06.26) hatte eigentlich ab dem Dienstag wunderschönes Wetter gemeldet… Je näher wir dem Tag kamen hat sich das schöne Wetter mehr und mehr nach hinten verschoben. Umplanen wollte ich aber auch nicht. Somit habe ich die Tour in Regenklamotten gestartet.

Mein erster obligatorischer Stop mit Blick über den Odenwald. Hier auch zu bewundern, meine neue Regenhülle fürs Handy. So günstig, einfach und genial. Besser als meine Plastiktüten-Behelfslösung aus dem Jahr zuvor 😊. Der Touchscreen hat mit der Hülle auch in Kombination mit den Regenüberhandschuhen die ich mal von meinem lieben Sohn bekommen habe funktioniert. Also, alles in allem Mega! 

Erster kleiner Umweg – war jedoch keine Überraschung. In einem Dorf nicht weit weg von uns ist gerade Vollsperrung, da konnte ich jedoch den Feldweg nehmen und die Schranke weiter unten elegant umfahren.

Der Odenwald ist zwar wunderschön aber die Strecke bin ich erst gerade Wochen zuvor mit dem Auto gefahren als wir ein Wochenende in Rothenburg ob der Tauber verbracht haben. Diesmal konnte ich mir jedoch alles nochmal genauer anschauen 😊.

Es blieb leicht regnerisch aber es war ja nicht kalt und meine Regenkleidung war ideal, somit war die Fahrt sehr angenehm. Und auch wenn das eigentlich nur eine “Transferstrecke” war… es ist einfach trotzdem immer wieder toll einem neuen Abenteuer entgegen zu fahren.

Mein Mittagessen an dem Tag. Gute Dosenwurst von unserem Metzger hier in der Umgebung.

Ein kleines idyllisches Dorf (Bofsheim) mit dem Rischbach an der Hauptstrasse entlang. Als wir hier derletzt mit dem Auto durchgefahren sind konnte ich schlecht anhalten. Diesmal mit der Vespa bin ich kurz bei einer Art Bushaltestelle rechts ran und hab ein Foto gemacht.

Schöne kleine Strassen, Felder, Wiesen… wie schön! 

Da habe ich dann doch kurz einen Schlenker gemacht. Das Firmengebäude hatte ich von der Strasse aus gesehen, kurz rechts anstatt links abgebogen und habe mir das angschaut. War leider noch zu früh für ein Bierchen und mitnehmen wollte ich auch nichts – so kleine lokale Brauereien sollte man jedoch unterstützen so gut es geht finde ich!

Rothenburg ob der Tauber

Meine geplante Tour hat mich dann an Rothenburg o.d.T. gebracht. Diese Ecke hier unten im Tal hatten wir letztes Mal von einem Aussichtsplatz oben bewundert. Schön das mal aus der Nähe zu sehen. Ansonsten bin ich aber nicht durch das Touristenspektakel durch sondern nur daran vorbei gefahren.

Nach knapp 200km kam ich also wie geplant in Ansbach an. Meine Vespa konnte ich in der Hotelgarage abstellen und nach einer kurzen Dusche habe ich mich zu Fuss auf den Weg zur Innenstadt gemacht um noch was einzukaufen und später ein Abendessen zu finden. Beim Mittagessen hatte ich bemerkt dass ich meinen “Göffel” daheim vergessen hatte. Mit dem Taschenmesser den löslichen Kaffee zubereiten ist auch doof dachte ich… zum Glück habe ich beim Rewe in Ansbach am Salatbuffet ein 3er Set Plastikbesteck was stabil aussah für nen moderaten Preis gefunden was mir die gesamte Tour treue Dienste geleistet hat.
Ach ja, vor lauter Besteck… das Bild oben zeigt die Orangerie Ansbach im Hofgarten wo ich durchspaziert bin um zur Innenstadt zu kommen.

Mittlerweile kam auch die Sonne raus und es wurde richtig schönes Wetter.

Die Altstadt von Ansbach, echt schön dort.

Das Bild hatte ich als Motiv für meine Frau gemacht. Sie hat es in ihrem Aquarell wunderbar interpretiert.

Eines ist sicher. Den weltbesten Schweinebraten gibt es zweifelsfrei in Ansbach. Der Hammer!! Zum Glück hatte ich wieder so ca 20min Fussmarsch zurück ins Hotel um die Portion zu verdauen. Der erste Tag war geschafft!

Tag 2:  Ansbach – Bad Kötzting (211 km)

Mein Frühstück an dem Morgen. Wie gut dass ich einen Löffel gefunden hatte 😊. Das Hotel hatte einen Wasserkocher in einem Art Gemeinschaftsraum den ich jedoch komplett für mich alleine hatte – ich wollte ja eh schnell los an dem Morgen. Hat also gepasst!

Das Wetter war schonmal viel freundlicher als Tags zuvor. Die Sonne hat gescheint und es war weiterhin schön schön warm… ab in den Bayrischen Wald!

Ein schönes Tor durch die Stadtmauer in Windsbach wo ich etwas rumgekurvt bin bis ich die Tankstelle dort gefunden hatte.

Schon tags zuvor hatte ich gesehen, dass ich anscheinend entlang der “Burgenstrasse” fahre. Als ich hier Abenberg näher kam konnte man die Burg dort schon von weitem gut erkennen. 

Hier das Rathaus Abenberg.

In Abenberg bin ich noch ein wenig links und rechts gefahren und habe mir die kleinen Gassen angeschaut. Dieses alte Gebäude fande ich sehr interessant. Irgendwie runtergekommen aber dennoch so tolle Fensterläden. Echt eine tolle Fassade.

Ich habe während meiner gesamten Tour öfters Mal Hasen gesehen. Hier so nah dass ich die sogar fotografieren konnte

Erst sind die 2 Hasen in den Wald rein und als ich gerade noch ein Foto von der schönen geschwungenen Strasse gemacht hatte kamen die 2 Spezialisten raus und sind an der Strasse entlang galoppiert. Das erschien mir zu gefährlich, bin dann ein paar Meter vorgerollt und hab die zwei in den Wald zurück gescheucht.

Schöne Natur bei Mühlhausen. Mittlerweile war ich schon durch Neumarkt in der Oberpfalz durch und bin dort direkt an der Lammsbräu Brauerei vorbei. Leider konnte ich nicht anhalten. Lammsbräu ist so ziemlich die einzige Brauerei (naja, neben Bitburger) die in Deutschland glutenfreies Bier brauen und ist Lisa’s Lieblingsbier wenn es denn Bier sein muss.

Es war mittlerweile kurz vor 13 Uhr. Ich hatte Hunger und war irgendwie hundemüde… da habe ich für eine Pause ein passendes Plätzchen gesucht. Am Rande eines Naturschutzgebietes habe diese Bank hier gefunden. Erst kurz was gegessen und hab mich dann dort für ein kleines 15min Powernap Nickerchen hingelegt. Bin echt prompt eingeschlafen 😊.

War mir gar nicht so bewusst aber es gab/ gibt unheimlich viele Seen in Franken in der Gegend. Fast so wie Brandenburg. Hier ein kleiner See bei Stamried.

Sehr schön, so langsam kamen sogar einmal Berge in Sicht. Ich hatte noch so ca. 1h zu fahren.

Was für eine positive Überraschung. Ich hatte meinen Zielort Bad Kötzting eigentlich nur ausgewählt da es geschickt auf der Route lag. Auch das Hotel “Zur Post” hatte ich eher zufällig gewählt. Was ich beim buchen nicht registriert hatte ist dass die ihr eigenes Bier brauen. Das Hotel war echt sehr schön, der Aussenbereich zum Sitzen war super gemütlich und das selbstgebraute Bier war der Hammer. Das können se die Bayern! 

Nach dem Essen bin ich noch ein wenig durch Bad Kötzting und den dortigen Kurpark geschlendert, die Ruhe auf einer Parkbank genossen und den Tag ausklingen lassen. Wie im Urlaub 😊.

Tag 3: Bad Kötzting – Gallspach/ AT (192km)

Heute ging es nach Österreich rüber, so langsam kam so richtig Urlaubsstimmung hoch. Das Wetter war echt schön – nur so richtig bergig wurde es doch noch nicht. Naja hätte man auch wissen können dass Passau mit Donau und Inn nicht unbedingt in den Bergen liegt 🙂.

Die Vespa durfte die Nacht im Hotel zur Post im Ballsaal zusammen mit ein paar e-Bikes verbringen. Das war bisher auf all meinen Touren die feudalste Garage für die schöne Vespa 😊.

Die Ortsausfahrt von Bad Kötzting um kurz nach 8 Uhr in der Früh.

Wenige Kilometer nach Bad Kötzting hat mich meine geplante Route auf kleine Strassen gebracht und bin dann ganz gemütlich durch kleine Dörfer gegondelt.

Was ich gar nicht so auf dem Schirm hatte als ich die Tour geplant hatte ist dass es hier im bayrischen Wald so viel Glasproduktion gibt. Hier eine Skulptur aus Glas in Bodenmais wenige Kilometer vor Zwiesel was man ja echt schonmal im Zusammenhang mit Glas gehört.

Was für ein schöner Morgen. Überall war das Gras gemäht und es duftete so toll nach Sommer.

Hier kam ich dann nach Zwiesel rein und bin erst an dem kleinen Fluss mit dem malerischen Namen “Schwarzer Regen” entlang gefahren. Wie heissen dann dort wohl die Forellen… Schwarze Regenforellen? 😊

Zwiesel & Glas. Ich bin noch ein wenig durch Zwiesel durch, auch am großen Fabrikgelände und der dort ansässigen Fachhochschule vorbei in der Hoffnung noch eine prunkvolle Glasskulptur oder so zu sehen aber irgendwie hatte ich nichts gefunden.

Die Innenstadt von Zwiesel. Sehr schön geschmückt.

Kurz nach Zwiesel sofort wieder kleine unbefahrene Strassen und Natur pur.

Kurz vor Frauenau sah ich ein Schild “Trinkwasserspeicher”. Zeit hatte ich noch, also bin ich spontan links ab um zu schauen ob ich da mit der Vespa hinfahren konnte. Wie fast zu erwarten war, kam dann doch irgendwann eine Schranke mit Parkplatz davor. Abstellen und hinwandern konnte ich jedoch mit meinem Gepäck hinten auf der Vespa dann doch nicht. Also bin ich wieder umgedreht. Zumindest kam ich an dieser schönen felsigen Landschaft vorbei.

Auch Frauenau hatte einen Bezug zu Glas. Bei dem gläsernen Garten habe ich kurz im Schatten angehalten und eine Pause gemacht.

Mittlerweile war also echt Hochsommer, die letzten Wolkenschleier vom Morgen waren weg. So bin ich bei herrlichstem Wetter durch den Bayrischen Wald gegondelt 🙂.

Ich fotografier immer ganz gerne solche Schilder… dann tu ich mir später beim Reisebericht schreiben leichter da ich weiss wo ich überall war.

Um ehrlich zu sein war ich etwas enttäuscht. Es war schon Tag 3 und es war zwar wunderschön aber die Landschaft war halt genauso wunderschön wie ich es auch von zuhause aus kannte. So Berge mit schneebedeckten Spitzen als Panorama vor einem ist halt dann doch was anderes. Aber da musste ich mich bei der Tour dieses Jahr noch etwas gedulden.

Aber erstmal wieder eine leckere Mahlzeit zu Mittag. Diesmal ohne Mittagschlaf 😊.

Naja, ein bisschen schön war es dann schon an dem Tag 😊.

Durch Passau durch war dann doch nochmal ein Highlight. Bei der ersten Brücke über die Donau konnte ich leider nicht anhalten um die tolle Kulisse zu fotografieren. Hier aber dann nur wenige Minuten später als es über den Inn ging konnte ich rechts ran und die Vespa einigermassen regelkonform abstellen und dieses Bild machen bevor ich dann über die selbige Brücke fuhr.

Bei Gattern, kurz hinter Passau bin ich dann über die Grenze nach Österreich gefahren und es ging weiter auf schönen kleinen einsamen Wegen.

Schon lustig, die Tage zuvor war es noch eher regnerisch und ich habe mich über jeden Sonnstrahl gefreut. Nun war es mittlerweile so warm dass ich immer schattige Plätzchen zum Anhalten gesucht habe. 

Meine Unterkunft diesen Tag hiess “Zur Waldesruh”. Die kleine familienbetriebene Pension mit Restaurant lag wirklich super abseits am Waldrand. Die Lamas gegenüber gehörten dem Junior Gastwirt erzählte er mir (Ich dachte erst das seien Alpakas). Hier im Biergarten mit Blick auf die Lamas konnte ich also abends sehr gemütlich und lecker mein Abendessen mit einem östereichischem Zweigelt geniessen. Zwar noch keine Alpen gesehen aber ‘schee wars” trotzdem 😊.

Tag 4:  Gallspach/ AT – Sankt Lorenz im Paltental/ AT (151 km)

Der vierte Tag. Diesmal etwas kürzer geplant. Ich wollte Nachmittags noch etwas Zeit haben um wo einzukaufen da ich in der Gegend keine passende Unterkunft mit Restaurant gefunden hatte. Also war ich an dem Tag Selbstversorger.

Das Höhenprofil von dem Tag. Es ging tendentiell berghoch und ich kam knapp an die 1000m Grenze.

Hier in Österreich gab es auch Frühstück mit dazu. Da ja gerade WM war konnte ich mir gleich die Zusammenfassung mit österreichischem Kommentator anschauen.

Die Katze hat mir Gesellschaft geleistet. Frühstücken alleine ist doof dachte Sie wohl 😊. Wir haben uns arrangiert, sie sass brav da und hat mir nicht die Wurst vom Teller geklaut.


Noch kurz ne Annekdote ohne Foto: Als ich hier kurz nach dem Frühstück dann draussen durch meine morgendliche Vespa Pack Routine gegangen bin stand ein Motorrad mit Kölner Kennzeichen neben mir wo ein junger Mann auch gerade seine Sachen gepackt hat. Er erzählte er sei nun gerade auf dem Weg nach Japan. Insgesamt 102.000km, für drei Monate zum Yamaha Werk. Einfach mal eine schöne Auszeit. Auch eine coole Sache und sicher abenteuerlich.

Ich wollte aber nicht nach Japan sondern zu meinem nächsten Stopp noch in Österreich. Und nachdem meine Unterkunft ja eh schon komplett abseits lag startete ich den Tag auf solchen kleinen schönen ländlichen Strassen.

Einmal musste ich etwas improvisieren da mein Navi irgendwie nicht die Wege wusste die in Wirklichkeit da waren. Aber mit etwas hin und her habe ich dann ohne irgendwelche großen Abenteuer doch noch den Weg zur nächsten zivisierten Strasse mit Mittelstreifen gefunden.

Die Berge kommen in Sicht

Und siehe da… nun kamen sogar die “richtigen” Berge so langsam zum Vorschein.

Ich habe für diese lange Tour beschlossen, dass ich doch wieder meinen großen Helm nehme und nicht den kleinen schicken DMD Helm mit Visier den ich mir mittlerweile zugelegt habe. Dieser hier sieht zwar längst nicht so cool aus da er halt echt groß ist. Dafür ist der super bequem und hat zusätzlich zum regenerprobten klaren Visier auch ein Sonnenvisier was ich dieses Jahr sehr, sehr viel benutzt habe.

Jaaa, das war schon imposant mit den Bergen. So was haben wir bei uns im schönen Odenwald nun echt nicht!

Interessante Gebäude an dieser Kreuzung in Lambach.

Wunderschön, so wollte ich das haben. Kleine Strassen durch schöne Felder mit Bergpanorama vor mir!

Coole Hausfassade in Pettenbach.

Und immer wieder die schöne Vespa vor tollen Bergmotiven 😊. Hier bei Magdalenaberg.

So langsam war ich mitten drin in den Bergen. Ich weiss nicht mehr genau wo ich das Foto aufgenommen habe. War irgendwo in der Nähe von Micheldorf in Oberösterreich.

Wunderschöne Natur in Österreich

Oh Mann, was bin ich froh dass ich meine Touren immer abseits von großen Bundesstrassen plane. Wenn ich auf der großen Strasse weiter gefahren wäre, hätte ich das hier wahrscheinlich so in dieser Form nicht gesehen 🙂. Das hier war der Fluss Steyr. Was für eine spektakuläre Aussicht!

Weiter auf der kleinen Strasse abseits von jeglichem Verkehr. Schon krass wie weit und wieviel man eigentlich auf solchen kleinen Strassen in Europa fahren kann. Bisher hatte das super geklappt. Nur auf der Rückfahrt musste ich echt durch ein Nadelöhr fahren wo es eben kilometerlang nur die eine große Strasse gab und wo mich dann die Lastwagen gejagt hatten… aber dazu später mehr!

Hier bei Klaus, lag das Schloss Klaus und ich bin wieder für ein paar Kilometer auf der B138 gefahren.

Das war aber auch eine gigantische Landschaft. Wo gibt es denn sonst solche spitzen Berge?!

Dank dem Schild wusste ich nun dass ich also im Nationalpark Kalkalpen war. Hatte ich vorher auch noch nie gehört.

Bei Sankt Pankraz konnte ich für ein Stückchen parallel zur großen Bundesstrasse fahren und hab an der Kirche im Schatten eine Pause eingelegt.

Bei Windischgarsten konnte ich wieder von der großen Strasse runter.

Auf solchen Strassen bei so einem Wetter mit so einer Aussicht will man echt nicht schneller fahren. Wie schön das doch war, hier so gemütlich durch zu gondeln! ☀️

Auf dieser Strasse habe ich alle paar Meter angehalten um immer wieder Fotos zu machen, die kurvige geschwungene Strasse, die Wolken oben und das Bergpanorama haben einfach wunderbar zusammen gepasst 🙂.

Den kleinen Pass mit gerade mal 954m hat die Vespa locker geschafft und so kam ich dann kurz vor Liezen von Oberösterreich in die Region Steiermark. Schön, dann war ich da nun auch einmal!

Kurz vor Döllach konnte ich von der bisher ziemlich relaxten Landstrasse nochmal abseits fahren und bin dann eine kleine Strasse den Berg hoch.

Das war echt nochmal ein Highlight des Tages. So eine schöne Kulisse auf der einen Seite plus die urige Strasse die weitestgehed im Schatten verlief. Lustig war dass wo ich hier angehalten hatte um das Foto zu machen kam ein Waldarbeiter in seinem kleinen Geländewagen vorbei und fragte mich ob die Vespa noch läuft. Ich konnte ihn beruhigen, die Vespa läuft super! 😊

Oben angekommen offenbarte sich dann mir diese Hammer Aussicht. Auch hier kam ich nicht schnell voran da ich alle 5m wieder angehalten habe da ich immer wieder neue Stellen für ein Foto fand. Bei einem der vielen Stopps hat mich ein Ehepaar auf E-Bikes überholt und die Dame meinte noch sinngemäss “Gell, schon schön bei uns?” Ja da hatte sie zweifelsohne recht!

Als ich wieder runter ins Tal kam hatte sich das Wetter mittlerweile geändert und es sah sehr nach Gewitter aus. Meine Unterkunft für den Tag war ein vermietetes Zimmer, quasi eine schöne Einliegerwohnung bei einer Familie. Die Unterkunft lag direkt neben der Kirche. Laut Rezessionen die ich lesen konnte fing das bimmeln jedoch erst um 6 Uhr an. Zu der Uhrzeit bin ich bei meinen Vespareisen jedoch eh schon längst wach. Hatte mich also nicht gestört.

Nachdem ich in der Unterkunft mein Gepäck lassen konnte bin ich kurz nach Trieben rein, das nächst größere Dorf mit einem Supermarkt. Dort habe ich mir etwas für mein Abendessen/ Frühstück geholt. Ein paar wenige Gewittertropfen hatte ich noch abbekommen. Kam aber rechtzeitig zurück. Die Vespa durfte dann in die Garage und ich hatte es mir mit österreichischem Fussballkommentator für den Abend gemütlich gemacht.


Tag 5: Sankt Lorenz/ AT – Stein im Jauntal/ AT (168 km)

Der Kirchturm – ich war wie zu erwarten bereits vor dem Bimmeln wach 😊.

Mein herzhaftes Frühstück. Schinken, getrocknete Aprikose und ein leckerer löslicher Kaffee!

Wieder ein wunderbarer Morgen mit strahlendem Sonnenschein. Von meiner Unterkunft waren es knapp 3km nach Trieben (wo ich tags zuvor den Supermarkt gefunden hatte).

Und von Trieben aus ging es gleich einen kleinen Pass hoch.

Erst ging es über Serpentinen hoch, dann ging es kurz schattig in einem Tal (dem Murtal) einem Fluss entlang. Noch ein kleiner Anstieg und ich kam nach Hohentauern.

Oben auf dem Gipfel (1274m) stand dieses Kriegerdenkmal. Zack hatte ich in dieser Tour auch die 1000m Marke geknackt 😊. Bei so Kriegerdenkmälern im Ausland habe ich mit meinem D-Schild hinten drauf immer ein wenig ein komisches Gefühl und bin demnach wieder schnell weiter gefahren…

Ich blieb auf so ca 1000Hm und bin so durch die schöne Landschaft gegondelt. Das war zwar eine Bundestrasse (B114) aber da war echt nicht viel los.

Bei Möderbrugg hatte ich meine Tour dennoch so geplant, dass es nochmal ein wenig abseits ging. 

Hatte sich gelohnt finde ich, so kam ich an schön idyllisch gelegenen Bauernhöfen vorbei.

Als ich hier an das kleine Örtchen St. Oswald kam standen aber plötzlich all diese Autos…? Fussball-Spiel, Gottesdienst…? Knapp vorbei. Eine Hochzeit wie ich weniger Meter feststellen konnte 🙂.

Hier an dem schönen Haus in St. Oswald habe ich kurz angehalten. Wenige Augenblicke zuvor sind wohl verspätete schick gekleidete Hochzeitsgäste hoch in die Kirche gesprungen die hinter mir war.

Gerade hatte ich die Ortsausfahrt St. Oswald hinter mir gelassen als ich diese lange gerade Strasse vor mir hatte. Von weitem sah ich wie da 2 Rehe von links nach rechts über die Strasse gesprungen sind. Als ich weiterfuhr dachte ich noch so zu mir dass ich aufpassen muss, nicht dass die plötzlich umdrehen… und in der Tat hatte der Rehbock der Partie wohl was vergessen weil der echt plötzlich nur wenige Meter vor mir wieder erschien und wieder zurück gesprungen ist. Ich war ja aber zum Glück schön langsam, war also alles kontrolliert und ungefährlich.

Kleine holprige Strasse im hintersten Zipfel der Steiermark.

Die Fahrt war also echt ziemlich relaxed… Felder, Wiesen, Bergpanorama… So schön wie es war…Hm…ein wenig spektakulärer hätte es fast sein dürfen. Man soll ja nicht vergleichen aber irgendwie macht mans ja trotzdem… Bei meiner Südfrankreich Tour das Jahr zuvor hatte ich so ziemlich jeden Tag eine neue Steigerung mit all den Alpenpässen. Da war die Steiermark fast etwas zu gemächlich… Ich weiss – was für ein Luxusproblem 😊.

Hier bei Nussdorf dann trotzdem ein Highlight. Ich hatte nämlich zufälligerweise neben einem Kirschbaum Pause gemacht, und die waren super lecker. Nachdem ich mir da den Bauch vollgestopft hatte bin ich mit leichten Bedenken ob ich jetzt Bauchweh bekomme weitergefahren. Habs aber bestens vertragen.

Bei Unzmarkt führte mich meine Route an den kleinen Fluss Mur. Daher also der Name Murtal. Bei der Strasse die nächsten Kilometer war ich mir echt nicht ganz sicher ob das nun eigentlich eine Strasse oder echt nur ein sehr schöner Radweg war. Kein einiziges Auto. Nur mal ein Radfahrer ab und an. Ein Verbotsschild habe ich aber nirgendwo gesehen. Nur einmal später wo es eine Abzweigung reinging. Da wäre es nur für Anlieger (oder Anrainer wie der Österreicher sagt) erlaubt gewesen. Geradeaus stand jedoch nichts. Ich wollte aber eh geradaus. Wie auch immer. So eine schöne einsame Strasse. 

So um die Mittagszeit sah es auf der einen Seite sehr heftig nach Gewitter aus.

Zum Glück führte mich meine Route aber eher in diese Richtung. Und da sah der Himmel noch ganz schön aus… Hmmm, hoffentlich hatte ich noch Glück an dem Tag mit dem Wetter.

In dem Dorf bzw kleine Stadt Friesach standen am Hang oben ein paar Burgruinen. Ich hatte noch etwas Zeit an dem Tag also bin ich da abgebogen um mir das näher anzuschauen.

Mit ein wenig hin und her habe ich dann auch einen Weg steil nach oben gefunden wo ich einen besseren Blick auf die eine Burg mit Turm hatte. Aus der Richtung kam jedoch auch die dunkle Wand immer näher. Donnern hörte ich auch schon. Also nichts wie schnell weiter 🙂.

In meiner Richtung sah es noch immer schön aus… Vollgas!

Okay der kurze Fotostop musste sein. Nochmal eine Burg. Diesmal ein paar Kilometer weiter bei Althofen.

Um es hier nicht allzu spannend zu machen. Das Wetter hat gehalten. Ich habs an dem Tag trocken zu meiner Unterkunft geschafft.

Es kamen auch wieder hohe Berge zum Vorschein.

Ich war fast da. Wenige Kilometer vor meinem Tagesziel kam ich an dem Völkermarkter Stausee vorbei wo ich auf der Brücke rüber bin.

Und nochmal 2 Kilometer weiter lag dann das Dorf Stein im Jauntal wo meine Unterkunft wieder direkt neben dieser Kirche war 🙂. Ich war auch diesen Tag Selbstversorger. Also habe ich kurz mein Gepäck abgeladen und bin mit der Vespa nochmal ein paar Kilometer bis zur nächsten kleinen Stadt gefahren wo ich einen Supermarkt gefunden hatte. Abends als ich dann jedoch schon längst im Trockenen war hat es sehr heftig gewittert und in Strömen geregnet. Auch schön, somit konnte sich die Luft etwas klären.


Tag 6: Stein im Jauntal/ AT – Goreljek/ SI
(122 km)

Mit 122km war das die kürzeste Etappe in der gesamten Tour. Bei der Planung habe ich bereits festgestellt dass es gar nicht so viele Übernachtungsmöglichkeiten in Slowenien gibt die einigermassen bezahlbar sind. Die meisten einfachen Übernachtungen lagen locker bei 200-300 Euro. Soviel wollte ich echt nicht ausgeben… Hatte dann aber Glück und habe abseits vom jeden Trubel oben in den Bergen auf 1200Hm ein Sporthotel gefunden. War zwar trotzdem das teuerste Hotel in dem Trip aber ich fand es gerade noch gerechtfertigt. Spannend, heute ging es also nach Slowenien. Da war ich noch nie! 

Mit dem starken Regen die Nacht zuvor hingen in den Bergen überall noch die niedrigen Wolken. Das zusammen mit den Bergen sah schon echt sehr schön aus. Es war ja auch noch relativ früh an einem Sonntag morgen. Da war einfach nichts los und ich war gefühlt der einzige Mensch unterwegs. Herrlich!

Meine geplante Route hat mich gleich in der Früh streckenweise auf einen Schotterweg geführt. Aber egal. Heute hatte ich ja wirklich Zeit also bin ich da schön langsam gegondelt.

Sehr sehr schön!

Ich kam Slowenien immer näher. Die Strassenschilder waren schon zweisprachig.

So ein schöner friedlicher Morgen. Die Luft war nach dem Gewitter schön klar und frisch.

In der Nähe von Bad Eisenkappel ging die Strasse eine zeitlang an dem Fluss Vellach entlang. Links und rechts Felswände… fast schon wie in Südfrankreich 😄.

Kurz danach dann dieses Schild. Ich wollte über den Seebergsattel (zum Paulitschsattel wäre es später nochmal links abgegangen).

So Pässe mit Wasser und Felsen hat schon was… Viel los war auch nicht. Wunderbar!

An diesem riesengroßen Felsgemälde auf der gegenüberliegenden Seite bin ich erst vorbeigedüst… Hab aber bei der nächsten Gelegeheit umgedreht und bin die paar Meter zurückgerollt um mir das näher anzuschauen. Auf dem Felsen nebendran stand eingraviert: “Dem Gründer des KATC Eisenkappel Hans Lanxinger Gewidmet. Gegr 1950“.
Das Internet sagt mir dass KATC für folgendes steht: “Die Abkürzung KATC steht in Bad Eisenkappel für den Katholischen Automobil- und Touring Club. Die örtliche Ortsgruppe ist vor allem für die jährliche Organisation der traditionellen Christophorusfeier mit Fahrzeugsegnung am Paulitschfelsen in Bad Vellach bekannt“.

Was es alles gibt. Vielleicht sollte ich die Vespa auchmal segnen lassen. Dann fährt sie noch schneller 😊.

Wenige Meter danach war dann diese kleine Brücke was zu einem weiteren Fotostop eingeladen hat. Sieht fast schon “fake” aus so schön war das dort!

Oben auf ca 1215m  angekommen.

Slowenien

Wie cool, nun war ich also in Slowenien. Und was für ein Bergmotiv vor mir!

Jaaa, so sollte es mal wieder sein. Neues Land, schneebedeckte Gipfel, wow!

Ich hatte es an dem Tag ja zum Glück nicht eilig…ich habe wieder alle 5m angehalten um ein weiteres Foto von der schönen Landschaft und Umgebung zu machen.

Das war aber auch eine beindruckende Kulisse. Auf einer Infotafel nebenan konnte ich lernen dass die beiden Gipfel dort vor mir der “Kočna” mit 2540 Hm und “Grintovec” mit 2558 HM waren. Zusammen sind das die beiden höchsten Felsgipfel der Steiner Alpen.

Mittlerweile war ich fast wieder unten . Und immer schön die Steiner Alpen vor mir.

Auf ca 500 Hm Höhe ging dann die Strasse schön an dem kleinen Fluss Kokra entlang.

Viele Felder, Wald, Wiesen, wunderbare Natur. Was mir übrigens die gesamte Tour über sehr positiv aufgefallen ist. Auch schon die Tage vorher in Österreich. Ich habe kaum Müll an den Strassenrändern gesehen. Ganz ganz selten dass da mal was lag. So auch in Slowenien. Sowas von gepflegt dort… (kein Vergleich zu Polen und Tschechei was ich mal auf anderen Reisen gesehen habe).

Hier eine kleine Brücke mit einem ziemlich reisenden Bach. Mein Navi wollte mich Teufel komm raus eine andere Route führen. Hat wohl nicht geglaubt dass man da drüber kommt aber ich habs gewagt … und natürlich konnte und durfte man da drüber fahren.

Ein paar Kilometer weiter, nicht ganz sicher wo genau kam ich an dieser gemähten Wiese vorbei. Das sah fast aus wie ein Golfplatz, aber nein, das war nur eine Wiese ausserhalb von einem kleinen Dorf. Also echt, so was gepflegt dort. In dem schattigen Plätzchen hab ich dann kurz was gegessen und mir den Rücken gestreckt.

Weiter, weiter und wieder schöne schneebedeckte Berge vor mir. Ich weiss auch nicht warum mich das so fasziniert. Wahrscheinlich weil es das bei uns halt nicht gibt.

Ich hatte meine Route so geplant dass ich an den Rand von dem Städtchen Bled am Bleder See kam. Und eigentlich dachte ich in meinem jugendlichen Leichtsinn dass ich da an dem kurzen Reisetag gemütlich an die Promenade fahr und mir das alles anschaue. Die gleiche Idee hatten an dem sonnigen Sonntag Nachmittag wohl aber auch noch andere Menschen. So stand ich bei brütender Hitze gefühlte Ewigkeiten im Stau bis ich an eine Stelle kam wo ich dann rechts abkonnte. Die Gelegenheit habe ich gerne wahrgenommen. Der See war mir dann doch nicht so wichtig. So bin ich dann noch ein Stück gefahren bis es schnell wieder menschenleer wurde und ich dann die Berge hoch bin.

Diesen seltsamen Gestänge Gebilde habe ich in Slowenien immer wieder gesehen. Anfangs erst nur komische Betonpfosten in der Landschaft. Dann manchmal mit Latten dazwischen. Hier habe ich angehalten da das wohl der “Vollausbau” war. Also mit Latten und einem Dach drüber. Hier in dem Fall hatten die das benutzt um Holz zu stapeln. Das habe ich so noch öfters gesehen. Einmal hab ichs auch gesehen dass die über die Latten Heu gehängt hatten.

Ich war nun mittlerweile wieder auf ca 1200m. Fast oben an meinem Hotel als ich eigentlich nur anhalten wollte um von diesem Nationalpark Schild ein Foto zu machen. Da sah ich die Kühe einfach so am Waldrand stehen. Lustig, weit und breit kein Zaun.

Ich war fast da, noch 250m zum Hotel Pokljuka. Dort durfte ich meine Vespa schön hinter dem Hotel abstellen, mein Zimmer war echt schick und unten gab es eine Bar und Restaurant. 

Nach meiner obligatorischen Handwäsche von meinen paar getragenen Klamotten, sass ich dann Nachmittags unten in der Bar und habe den Tag mit ein, zwei leckeren Bierchen ausklingen lassen. Wie ich später auf dem Etikett hinten festgestellt hatte war das aber gar kein slowenisches sondern tschechisches Bier. Aber das dunkle Bier hatte mich in der Bar angelacht und der junge nette Mann der da irgendwie die One-Man Show für alles war hatte davon so geschwärmt – das war dann auch so in Ordnung. Muss ich sonst mal schauen was für slowenisches Bier es so gibt 🙂.

Abends so um ca 22 Uhr als es schon dunkel war und ich längst oben in meinem Zimmer war konnte man ein ziemliches dramatisches Gewitter in der Ferne sehen. Zu dem Zeitpunkt hatten aber gerade noch ein paar Kinderchen entschieden sie müssen unten auf dem Spielplatz um die Wette kreischen. Da habe ich kurzerhand die Tonspur ausgetauscht🙂. Das Gewitter kam jedoch nicht näher. Die Kinderchen haben sich kurz danach beruhigt bzw die Eltern sind wohl aktiv geworden. Es wurde friedlich und ein weiterer toller Tag war geschafft.

Tag 7: Goreljek/ SI – Tolmin/ SI (164 km)

Heute war Slowenien Tag. Mein Ziel war Tolmin, eine kleine Stadt noch in Slowenien wo ich nochmal eine günstige Unterkunft gefunden hatte. Ich hatte nochmal Berge drin, eine Kapelle stand auf dem Programm und das berühmte Soča-Tal. Da war ich schon gespannt drauf.

Eine Spitze mit ca 1300HM war drin, ansonsten wieder ein abwechslungsreiches hoch und runter an dem Tag.

Mein Hotelfrühstück an dem Tag. Klassisch mit Rührei und Speck 🙂.

Mein Hotel lag ja komplett in der Natur und eigentlich dachte ich dass ich mich auf so schönen kleinen Wegen durch den Wald schlängel…

Hmm, das ging auch wenige Kilometer gut bis ich an dieses Schild kam. Wie auch sonst veranlassen solche Schilder allein nicht dass ich umdrehe. Allerdings sah es nur ein paar Meter nach dem Schild echt ziemlich nach Moto Cross aus. Das wollte ich dann mit der kleinen Vespa nicht riskieren. Also umgedreht und bin dann doch die offizielle Strasse gefahren. 

Auf dem Weg zurück am Hotel vorbei zurück auf die Strasse habe ich noch das Motiv gesehen. Wie bei Heidi auf der Alm.

Die Kühe vom Vortag standen auch noch da. Auf der Strasse war ja schon am Vortag nichts los und an dem friedlichen Morgen war ich auch fast allein. Ein paar Meter weiter bin ich dann abgebogen um in die Richtung zu kommen wo mich mein Waldweg ursprünglich gebracht hätte. Letztendlich waren es dann nur ca 15km länger aber deswegen plane ich ja mittlerweile meine Tagesetappen mit mehr Luft nach oben dass ich so was immer locker mitnehmen kann.

War auch ehrlich gesagt angenehmer auf solchen geteerten Strassen zu fahren als über die ruckelige Schotterpiste zuvor 🙂.

Es gibt ja schon viel Wald in Slowenien was den Effekt hatte dass ich eben viel im Wald gefahren bin mit Bäumen links und rechts von mir. Manchmal hatte ich dann aber doch auch solch schöne Aussichten vor mir! 

Umso mehr freute ich mich dann über die Gegenden ohne Bäume wo ich mit freier Sicht den Bergen entgegen fahren durfte. 

Hier wie vorher einmal erwähnt so eine Lattenkonstruktion wo Heu drüber gehängt war. Kannte ich so aus Deutschland auch nicht.

Was für eine herrliche Farbe von dem kleinen Fluss “Mostnica” hier bei Stara Fuzina. 

Wenige Minuten kam ich an den See “Bohinjsko Jezero”. Laut Info aus dem Netz wohl auch Wocheiner See genannt und anscheinend der größte See Sloweniens. Er erstreckt sich über eine Länge von 4,2 Kilometern und erreicht Tiefen von bis zu 45 Metern. Krass, hatte ich nicht auf dem Schirm dass ich am größten See Sloweniens vorbei komme. Sehr schön war es hier auf jeden Fall!

Kurz danach kam dann der Anstieg des Tages auf ca 1300Hm. Eine schöne kleine Strasse mit tollen Aussichten.

Oben angekommen hatte ich dann diesen Mega Blick.

Und wieder schön kurvig runter 😀. Zum Glück war hier absolut kein Verkehr. Gegenverkehr hätte ich in dieser super engen Spitzkehre nicht gewollt.

Wieder unten auf so ca 450Hm bin ich dann ein Weilchen an diesem kleinen Fluss “Baca” entlang gefahren. 

Das war eine ziemlich schöne Gegend dort. Auf der einen Seite Fels. Hier sogar mit nem kleinen “Felstunnel”.

Und auf der anderen Seite immer schön zu sehen der kleine Fluss der bei dem schönen Wetter und Licht herrlich türkisblau gleuchtet hat. Und das eigentliche Highlight in Bezug auf Wasser, das Soča-Tal sollte ja erst noch kommen. 

Im Gegensatz zu der sehr gepflegten Gegend mit der “Golfplatz-Wiese” sah das schon eher ganz normal bodenständig ländlich aus🙂.

Und wieder ein kleiner Anstieg. Auch hier eine kleine Strasse in den Fels gehauen wo null Verkehr war. Schon echt cool!

Oben auf so ca 800Hm dann wieder so ein Hammer Blick auf wunderschöne Natur.

Kurz vor dem kleinen Städtchen “Nova Gorica” hatte ich mir auf meiner Route einen Vermerk reingemacht. Falls es Gewitter geben sollte doch eher unten im Tal die normale Strasse fahren. Bei schönem Wetter wollte ich die Route hoch in die Berge an einer Kirche vorbei machen und mich auf kleinen Wegen durchschlagen. Es war schönes Wetter, keine Spur von Gewitter also habe ich im Kreisverkehr die steile Strasse hoch zu der Kirche “Sveta Gora” genommen.

Hier nicht so richtig zu sehen aber es ging sehr steil hoch. Das ist wohl ein Wallfahrtsort dort oben. In der Kurve dieser kleine Schrein oder Marienkapelle.

Das war also die Kirche Sveta Gora. Okay, hatte ich das auchmal gesehen…

Die Kirche liegt so auf ca 680m und der Weg am Berghang entlang, nun dass ich ja oben war, führte so grob parallel zur Strasse unten.

Offroad in Slowenien

Eine zeitlang blieb der Weg auch geteert… bis es dann eine Schotterstrasse wurde. Nun denn, zurück wollte ich auch nicht. So ein Schotterweg geht ja schon einmal und die Kirche ist so berühmt. Da wird auch sicher der Schotterweg in gutem Zustand sein. Aha… denkste! Sieht man hier schlecht aber es ging mittlerweile sausteil runter und der Schotter war ziemlich grob, es gab Spurrinnen und teils super loser Untergrund. Oh Mann und ich wieder mit der Vespa mitten drin. Ich hab mir in dem Moment echt geschworen, dass wenn ich da diesmal noch heil runterkomme ich in Zukunft aber echt kein Risiko mehr eingehen würde!!

So 2km weiter unten nach nem wilden Ritt den Berg runter kam dann dieses “Ortsschild”. Ich war schon lange nicht mehr so froh ein paar Häuser zu sehen. Die Vespareifen hatten gehalten und nach ein paar Metern wurde es aus dem mittlerweile schönen Schotterweg dann eine geteerte Strasse und ich konnte normal weiter fahren. Puuh, das ging also gerade Mal wieder gut! Mein Versprechen mir selber habe ich aber seither stets erinnert und gehalten. Kein Sch… Mann!

Okay, ich war also wieder unten und nun mitten drin im Soča-Tal durch den der Soča Fluss führt. Und ja das war nicht gelogen. Der war schon echt sehr, sehr türkis! Wow!

So bin ich da ein paar Kilometer entlang und habe jede Brücke als zusätzliche Gelegenheit genommen den Fluss an einer anderen Stelle zu fotografieren..

Mittlerweile wurde es ziemlich dunkel. Die Wettervorhersage meldete auch noch Gewitter am Nachmittag. Das da vorne war aber schon Tolmin. Mein Stop für den Tag.

Das war eine Punktlandung. Ich kam an meiner Pension an, die Wirtin wartete schon draussen auf mich mit dem Zimmerschlüssel. Kaum hatte ich die Vespa abgeladen hat es angefangen zu schütten wie sonst was. Zwischen zwei Gewitter Schauern bin ich dann in leichtem Regen kurz zu Fuss los zum Supermarkt um die Ecke. Dort hab mich mit dem Nötigsten versorgt und konnte dann den Abend auf einem kleinen überdachten Balkon der neben meinem Zimmer war verbringen.

Später am Abend kam sogar nochmal kurz die Sonne raus. Das war ein wirklich schöner Tag durch Slowenien. Kleine Abenteuer die alle gut gegangen sind, einsame Strassen, tolle Aussichten und mehrmals türkisfarbenes leuchtendes Wasser.

Tag 8:  Tolmion/ SI – Presenaio/ IT (214 km)

Zum Glück plane ich meine Etappen ja mittlerweile immer mit Luft nach oben. Tags zuvor kamen nur 15km hinzu. An diesem Tag sollte es nicht ganz klappen und durch eine Pass-Sperrung kam ein Umweg von so ca 40km dazu (was in den Bergen mit der Vespa zusätzliche 2h bedeutet) und es wurden insgesamt dann doch 214km. War alles machbar, aber ich war froh dass ich den Puffer hatte…

Das Profil der geplanten Strecke. Heute ging es wieder kräftig hoch und runter. Die Spitze mit den 1500Hm hab ich dann doch nicht erreicht, aber dazu gleich mehr…

Meine Wetterapp sagte es sei strahlender Sonnenschein… so sah es in Wirklichkeit aus als ich losgefahren bin. Mit dem starken Regen den späten Nachmittag zuvor hing da erstmal sehr dichter Nebel im Tal.

Nur wenige Minuten später drückte aber dann doch die Sonne durch und führte dann zu so einer schönen Kulisse.

Ministrassen, kleine Dörfer und die Berge vor mir 🙂.

Ich war noch in dem Soča-Tal. Plötzlich standen diese Kühe vor mir… Scheint so üblich zu sein in Slowenien dass dort die Kühe einfach so frei rumlaufen. Nun denn, wir hatten uns auf der Strasse arrangiert und ich bin dann nachdem ich das obligatorische Foto gemacht habe zügig vorbei.

In der Nähe von dem kleinen Städtchen “Kobarid” führte eine kleine kurvige Strasse direkt am Soča Fluss entlang. Oh Mann war das schön dort. Irgendwann kam ein Campingplatz und ein Schild ab jetzt nur noch Fahrräder. Okay, das war verständlich. Das war schon einfach zu schön um wahr zu sein. Als Durchfahrtstrasse einfach viel zu idyllisch. Also bin ich die ein/zwei Kilometer zurück und bin dann die Hauptstrasse gefahren.

Meine Tour führte mich heute nach Italien. Irgendow da hinten hinter den Bergen war das wohl schon…

Der Grenzübergang lag inmitten der Berge. Diesmal interessanterweise nicht am höchsten Punkt sondern in einer kleinen Senke. Erst bin ich hoch auf ca 760 Hm, der Grenzübergang war dann bei ca 600 Hm.

Zurück in Bella Italia. Da lief die Vespa gleich nochmal besser 😀.

Kurz nach dem Grenzübergang bin ich von der normalen Strada Statale auf eine kleine kurvige Strada Communale gefahren. Super klein, idyllisch und weit und breit kein Verkehr. Das ging jedoch so weit dass ich irgendwann Bammel bekommen habe. Was wenn das denn nun wieder in einer Schotterpisten-Partie enden sollte? Irgendwann hat mich eine Gruppe mit Strassenmotorrädern überholt. Puuh, da war ich mal froh über das bisschen Verkehr. War ich also nicht der einzige auf der Strasse. Wenn andere das auch geplant hatten, war das wohl doch eine richtige Strasse.

Der kleine Weg hat mich dann wieder auf über 1000Hm gebracht. Oben gab es sogar ein klein wenig Zivilisation. Dann doch irgendwie beruhigend 😀.

Mit engen Serpentinen ging es wieder steil bergab. Bei dieser Strasse war ich unter anderem Mal wieder ganz froh dass die Vespa gedrosselt war. Viel schneller hätte ich diese steile Strasse in verhältnismässigem schlechten Zustand mit den kleinen 12 Zoll Vespa Reifen echt nicht runter wollen. Nach wenigen Kilometern war ich also plötzlich wieder untem Tal und bin neben dem Fluss Resia weitergefahren.

Auf dieser Strada Provenciale bin ich dann gemütlich bis nach Moggio Udinese gefahren wo mich eine Brücke über den Fluss und rein ins Hinterland gebracht hat.

Die Landschaft hier war echt beeindruckend… Ich wollte nach Pontebba, dazu musste ich nochmal über einen kleinen Pass, nochmal 1000 HM erklimmen.

Mit dem Motiv im Rückspiegel bin ich jedoch nicht schnell vorwärtsgekommen. So schön! Und ich war absolut alleine. Die Strasse war aber gut ausgebaut und das Dorf Pontebba sah einigermassen groß aus auf der Karte. Also hatte ich keine Sorgen und war einfach nur super glücklich dass ich so einen tollen Tag erwischt hatte.

Um die nächste Kurve, gerade noch einmal ein Foto gemacht 😊.

Irgendwann bin ich dann doch noch nach Pontebba gekommen – meine geplante Route ging nach Paularo. Dahin wäre es nochmal über 1500 HM auf einer schönen kleinen Strasse gegangen… Ihr merkt schon, ich schreibe im Konjunktiv.


Die Pass-Sperrung. Manchmal kommt es anders als man denkt!

Ein paar Meter nach dem Strassenschild stand da schon eine Infotafel wo ich mit meinem bisschen italienisch entziffern konnte dass nach 14km in Richtung Paularo die Strasse gesperrt sei… Hmm, nicht schön aber egal, weiter. Noch ein paar Meter weiter, dann dieses Schild mit dem unverwechselbaren roten “Pass geschlossen” Schild. Mist! Die meinten es echt ernst. In Pontebba war ich so gut wie in einer Sackgasse. Ich musste hier weiter! Ich lass es drauf ankommen dachte ich…

Ich war leicht angespannt. Die Leichtigkeit von vorhin war verflogen. Daher auch nur ein Bild von dieser schönen Strasse. Als ich hier so in Gedanken gefahren bin hatten mich 2x österreichische Gelände-Motorräder überholt. Die hatten sich also auch nicht abschrecken lassen. Sehr gut dachte ich. So lange die mir nicht wieder entgegen kommen ist alles gut… Tja, ich bin also den Berg weiter hochgekrochen… und irgendwann kamen die beiden mir aber wieder entgegen 😱. Ich gewunken, die angehalten: Nein, da oben ist echt kein Durchkommen. Und die 2 sahen jetzt echt kernig und unerschrocken aus. Wenn die das nicht schaffen wollte ich es mit meiner kleinen Vespa auch nicht riskieren… Was nun ? Ich musste also den ganzen Weg nach Moggio Udiense, da wo ich gefühlt am Anfang des Tages über die Brücke bin, wieder ganz zurück um dann auf der grossen Strada Statale auf der anderen Seite um den Berg fahren um noch abends zu meiner Unterkunft zu kommen…

Okay, da konnte man nun echt nichts machen. Einerseits war ich ja auch echt froh dass ich doch nach Pontebba gefahren bin. Schliesslich hatte ich hier die finde ich bisher schönsten Fotomotive gesehen. Und auch das hier auf dem Rückweg wieder langsam den Berg hoch war ein Wahnsinnsmotiv mit den spitzen Bergen vor mir… (waren soweit ich weiss noch nicht die Dolomiten, die kamen später an dem Tag)

Ich musste also ein paar Kilometer auf der großen SS13 fahren. Letztendlich war es gar nicht so schlimm, da die große Strasse einen ziemlich breiten Seitenstreifen hatte was ich als meine Privat-Spur genommen hatte. Bei Sutrio kam ich dann endlich auf die eigentlich geplante Route zurück und konnte dann wie geplant auf kleineren Strassen weiter. So langsam wurde es jedoch auch noch dunkel… Das hätte mir dann auch noch gerade gefehlt an dem Tag 😀.

Das Wetter hielt gerade noch so, hier ein kleiner Fotostop in Rigolato.

Hier wurde es dann doch nochmal ganz unerwartet etwas abenteuerlich. Die normale Strasse hätte durch einen Tunnel geführt. Tunnel mit der Vespa sind doof finde ich. Allerdings konnte ich auf der Karte auch eine Umgehung erkennen. Bin kurz vorher also abgebogen, war eine ganz normale Strasse. Nur war die plötzlich geradeaus gesperrt sondern ging nur zu ein paar Häusern dort…Hmm, die Sperrung konnte ich umfahren, nach ein paar Metern durch einen gruseligen uralten halb verwachsenen Tunnel mit Kopfsteinpflaster wurde der Weg dann nochmal enger und ich kam an die Stelle hier… Der kleine Pfad der von der geteerten Strasse übrig war ging im ZickZack um den umgestürzten Baum herum und nach einer weiteren Absperrung, diesmal auf der andern Seite kam ich wieder auf meine normale Route… Was man alles so erlebt auf einer Vespa Reise 😊.

Mittlerweile waren das dann die Dolomiten die hier in den Gewitterwolken vor mir aufgetauch sind.

Blauer Himmel und Sonnenschein wäre auch schön gewesen aber mit den dramatischen Gewitterwolken sah das schon auch beeindruckend aus! Ich hatte noch 14km zu fahren.

Kurz vor meinem Ziel. Es hatte mittlerweile angefangen leicht zu regnen. Jedoch noch kein heftiger Gewitterregen. So kam ich also mit leichter Verspätung und ein paar Abenteuern im Gepäck in meiner kleinen Pension/Bar/Restaurant an wo mich der Wirt, ein netter älterer Herr in fliessend italienisch empfing.

Dort sass ich noch kurz in der Bar um den Tag zu feiern bis es dann Essen gab.

Kurz danach dort im Restaurant. Stilecht mit Blick auf eine italienische Quizshow.

Der Ausblick von meinem Zimmer aus.

Meine Frau und ich haben immer wenn sich die Gelegenheit bietet einen riesen Spass gemeinsam italienische Quizshows zu schauen und mit irgendeinem Blödsinn simultan zu übersetzen und das Geschehen dort im Fernsehen zu kommentieren. Alleine machte es zwar etwas weniger Spass aber war trotzdem lustig. Da ist immer so viele Leben drin bei denen in den Shows 🙂.

Tag 9: Presenaio/ IT – Vipiteno/ IT (162 km)

Heute ging die Strecke innerhalb Italiens nach Südtirol. Ich schau mir ja beim Planen immer so grob die Strecke schonmal per Google Street View an was elegant in meine Planungs SW eingebunden ist. Da konnte ich also schon erkennen dass die Landschaft heute nochmal echt toll werden sollte.

Zwei Spitzen mit so ca 1600Hm hatte ich auch drin. Mit 162km war der Tag wieder großzügig geplant sodass ich so ziemlich für alles gewappnet war.

Mein italienischer Wirt fragte mich noch wo es denn heute hingehen sollte. Nachdem ich mich so auf italienisch abgemüht hatte ihm zu antworten war er wohl so gerührt und hat mich noch herzlich per Handschlag verabschiedet. Nachdem ich meine Vespa beladen hatte und losgefahren bin hat er mir sogar noch lieb hinterhergewunken. Wie herzlich die Menschen manchmal sind.

Mal wieder ein herrlicher Morgen. Die Fotos sind noch von Presenaio, keine 3min entfernt von meiner Pension mit dem netten Wirt 🙂.

Keine Wolke am Himmel und nach dem Gewitterregen schöne klare frische Luft.

In den kleinen Dörfern war schön Leben auf den Strassen aber trotzdem alles noch friedvoll und ruhig.

Es ging den Bergen entgegen.

Ca. 10km gefahren und schon wieder mitten drin in den Bergen.

Was für ein schöner Ausblick runter ins Tal von Casamazzagno aus was so auf ca 1200 HM liegt. 

Casamazzagno. Schon komisch. Ob die Leute die hier wohnen wohl auch jeden Tag aufs Neue geflashed sind wenn die aus dem Haus gehen und die Aussicht haben…wahrscheinlich nicht um ehrlich zu sein. Ich habs auf jeden Fall voll genossen.

Weiter zum nächsten Bergdorf. 

Blick nach hinten. Von der Richtung aus bin ich gekommen. 

Das nächste Dorf… auch wieder sehr sehr schön!

Auf dem Weg nach Südtirol, den Kreuzbergpass hoch auf 1636 Hm. 

So ca in der Mitte des Anstiegs ein Wasserfall “Cascata del Pissandolo”.

Es ging weiter hoch. Es war angenehm zu fahren. Ich war fast alleine unterwegs und die Temperatur war noch schön angenehm.

Oben angekommen. Da oben am Gipfel war ein Hotel wo dann doch einige Leute waren. Da musste ich nicht auch noch in der Gegend stehen. Also kurz ein Foto und ich bin weiter gefahren.

Trentino/ Südtirol

Ich war nun mittlerweile in Trentino/ Südtirol.

Hier nur wenige Minuten vom Gipfel entfernt war ein einsamer kleiner Wanderparkplatz mit Infotafel. Das hier war also der Naturpark Drei Zinnen.

Mittlerweile war ich durch San Candido durch. So schön wie es noch ein paar Minuten vorher war…dort kam ich voll in einen Stau wegen einer Baustelle rein wo ich ohne zu lügen locker 15min in der mittlerweile brütenden Hitze auf einem Fleck im Stau stand. Puuh, war ich froh dass ich da irgendwann rechts abbiegen konnte. Es ging hier an dem Anstieg so steil den Berg hoch dass ich einmal wieder mit den Füssen nachhelfen musste.

Aber mit gemeinsamen Kräften haben wir es geschafft. Die Aussicht war es wert.

Das hatte sich auf jeden Fall gelohnt. Hier eines meiner Lieblingsbilder von der gesamten Tour.

Oben in den Bergen erstmal eine Brotzeit. Ich hatte noch etwas glutenfreies Brot von dem Supermarkt in Tolmin und noch eine Dosenwurst Notproviant. Tags zuvor hatte ich kein Mittagessen da ich mit meinem Umweg von 40km keinen Hunger bzw Zeit dafür hatte. Zum Glück hatte sich das alles noch einen weiteren Tag im Gepäck mehr oder weniger “frisch” gehalten.

Kurz vor Valdaora, es ging wieder den Berg runter. Dann ein wenig große Strasse und an Brunico vorbei.

Kurze Annekdote hierzu: Nach Brunico ging es wieder ziemlich steil den Berg hoch. Im Hochfahren sah ich wie auf einem Parkplatz 2 Carabinieries einen britischen BMW kontrolliert hatten. Und natürlich waren die irgendwann fertig damit und sind ein paar Minuten danach hinter mir geklebt als ich den Berg hochgekrochen bin. Die haben es jedoch zum Glück mit Humor genommen und haben als dann doch mal endlich eine gerade Stelle zum Überholen kam noch freundlich zugewunken. Nachdem keinerlei Platz zum Anhalten und Kontrollieren war, hatte ich das als freundliche und respektzollende Geste gedeutet und nicht eine “halt sofort an pazzo tedesco” 😀. 

Bei Vandoie hatte ich mir noch ein Schmankerl eingeplant. Anstatt unten auf der Strada Statale (SS49) zu fahren hatte ich bei der Planung gesehen, dass ich auch einen kleinen Pass hoch auf ca 1700 Hm fahren kann der dort oben ein paar Bauernhöfe und Dörfer mit der Zivilisation verbindet.

Hier ging es in das Tal rein. Und kurz danach ging es steil die Serpentinen hoch.

Innerhalb kürzester Zeit hatte ich schon kräftig an Höhe gewonnen.

Die Strasse wurde zum Teil ziemlich eng. Das Wetter machte mir so ein bisserl Sorgen, es wurde bedenklich dunkel. Aber oben lagen ja wirklich ein paar Häuser und ein Dorf soweit ich erkennen konnte. Ich wollte halt nur vermeiden dass ich irgendwo im Gewitter menschenseelenallein in der Pampa stehe.

Wie schön da oben… Sowas würde man halt mit dem Auto nie sehen wenn man nur unten die Strasse von “A” nach “B” düst.

Eine tolle Aussicht nach der anderen.

Die Strasse blieb zivilisiert. Es kam mir die gesamte Zeit kein einziges Auto entgegen. Eine Famile auf E-Bikes und einmal 2 Teenager auf Mountainbikes die den Berg runtergeheizt sind. Das wars.

Mittlerweile hatte es dann doch angefangen zu regnen. Wobei ich glaube Glück hatte. Die Strasse war auf der Fahrt runter pitschenass. Da muss es also Minuten vorher geschüttet haben während ich oben nur ein paar Tropfen abbekommen hatte.

Wenige Minuten später bin ich dann bei strahlendem Wetter durch diesen Kiefer/Pinienwald gefahren wo es herrlich geduftet hatte.

Unten angekommen bin ich dann noch ein paar Kilometer auf der großen Strada Statale (SS12) gefahren die mehr oder weniger parallel zur Brennerautobahn führt. Nachdem schönen Tag konnte ich das dann auch noch verkraften. So schlimm wars auch gar nicht mit der Aussicht hier vor mir 😊.

Kurz danach kam ich in meinem Hotel für den Tag an. Hier der Blick aus meinem Zimmer im Hotel “Hubertushof” in Vipiteno oder auch Sterzing genannt. Ein typisch italienischer Name 😀. Der Wirt und so ziemlich das ganze Personal dort haben aber eben wie so üblich in Südtirol deutsch und italienisch gesprochen und haben je nachdem zwischen den 2 Sprachen gewechselt.

Essen und Trinken war lecker im Restaurant. Draussen auf der Terasse war voll, aber bei den Temperaturen war es mir ganz recht drinnen zu sitzen.

Nach dem Essen bin ich noch in die Altstadt gegangen um mir das Tor in dem berühmten Zwölferturm anzuschauen. Ja, war ganz nett. War eine sehr schöne friedliche Atmosphäre dort Abends in der Stadt. Ich glaube jeder war etwas geplättet von der Hitze tagsüber…

Das Hotel Hubertushof. Die Vespa stand rechts auf einem überdachten Parkplatz. Sehr elegant.

Noch ein Langzeitbelichtungsbild vom Balkon aus nachdem ich ja mein kleines Mini-Stativ mitgenommen hatte und es noch gar nicht benutzt hatte bisher.

Tag 10:  Vipiteno/ IT – Arzl im Pitztal/ AT (145 km)

Heute war Bergetappentag mit dem Jaufenpass (2094 HM) und Timmelsjoch (2474 HM). Letztes Jahr war mein höchster Pass der Col de la Lombarde der auf 2350 Hm ging. Das sollte ich heute toppen… spannend!

Das Höhenprofil. Ziemlich einfach. Zwei Mal steil den Berg hoch und wieder runter… voila!

Aber erstmal frühstücken. Das startete erst um 7.30. Ich wäre gerne früher los aber andererseits war mein Proviant so ziemlich leer und dann hätte ich wo einkaufen müssen. Also lieber ein Früstück was mich dann durch den Tag bringt.

Auf zum Jaufenpass. Es war herrliches Wetter. Was für ein Glück dieses Jahr!

Trotz meinem “späten ” Frühstück war ich doch noch früh dran und der normale Motorradtour-Fahrer ist dann doch nochmal etwas gemütlicher unterwegs. So hatte ich die erste Stunde den Jaufenpass mehr oder weniger für mich alleine bis dann die ganzen Motorräder kamen. 

Der Pass war sehr human zu fahren. Die Strasse war breit, moderat steil und der Verkehr hielt sich in Grenzen.

Was für ein Panorama. Unterwegs fragte mich mal noch ein österreichischer Motorradfahrer ob ich Zeit hätte ein Foto von ihm und seinem Spezl zu machen …aber klaro, ich habe alle Zeit der Welt 😊.

Der erste Pass des Tages. Geschafft. Das war wirklich ein Highlight!

Die Passstrasse wieder runter.

Kurz bevor ich ganz unten war in “San Leonardo in Passiria” kam links ab eine kleine Aussichtskanzel in den Hang gebaut wovon man die tolle Aussicht hatte. Meine Route führte mich rechts von dem Bild hier, hoch in den Timmelsjoch Pass.

Das war die Richtung wo ich weitergefahren bin.

Timmelsjoch, die Rennfahrerstrecke

Kurz nach der Ortsausfahrt die ersten paar Meter hoch. Hier als ich gerade das Foto machte sind an der Stelle die ersten verrückten Porschefahrer vorbeigerast und hatten ein anderes normales Auto in meinen Augen halsbrecherisch überholt… Hmm, das fing ja gut an. 

Landschaftlich war es hier ja echt super schön. Und ich hatte mega Glück mit dem Wetter. Nur leider gab es hier echt Heerscharen von überwiegend Porschefahrern die in Gruppen hier hochgeheizt sind. Dann wieder minutenlang nichts bis zum nächsten Convoy. Verrückt.

Es gab aber immer wieder schöne Stellen zum rechts raus fahren und so konnte ich doch ziemlich relaxed da locker hochfahren und immer wieder schöne Fotos machen.

Ein paar Rennradfahrer gab es auch. Die haben mir mit den Porsche-Spezialisten echt etwas leid getan. Soweit ich sehen konnte hat es die aber nicht großartig gestört… Ein junger Mann war echt ziemlich fit unterwegs und nachdem ich ja alle paar Meter angehalten hatte und er nur etwas langsamer war als ich haben wir uns am Berg öfters begegenet was er mit einem netten Lächeln quittiert hatte als ich ihn mal wieder nach einem Fotostop mühevoll überholt habe.

Eine Gruppe von aufgemotzten Luxus Rennautos hatten alle das gleich Logo und Design. Apex Ralley. Wohl irgendein Luxus Touren Veranstalter aus Liechtenstein. Den Menschen geht es echt noch zu gut. Wie schön dass ich gerade erst vor 3 Tagen diese News gelesen habe: “Südtirol verbietet organisierte Ausfahrten auf Gebirgsstraßen“. Yes!! Zumindest solchen Massenausfahrten wird es dann nicht mehr geben… Nun denn, aber der Tag war zu schön um sich zu ärgern. Letztendlich war ja auch ich ein motorisierter Tourist, wenn auch deutlich langsamer…

So langsam war ich fast oben und die Landschaft wurde viel karger.

Hier kamen mir gerade 2x Porsche entgegen als ich das Foto von dem Tunnel machen wollte… dachte die 2 nehme ich zur Illustration. 

Immer wieder schön, im Tanktop hochfahren und neben mir die Schneefelder..

Ich war oben…da oben ging es zu wie in Berlin im Feierabendverkehr… Ich war nur so halbwegs amüsiert darüber. Ein richtiges Passschild mit Höhenagabe gab es auch nicht… Okay, das wird nicht mein Lieblingspass!

Hier das Schild mit der Höhenangabe.

Okay noch ein Foto von Schild und Bergkulisse ohne mein skeptisches Gesicht… wenn ich hier schonmal oben bin 😊.

Nur ein paar Meter nach dem Gipfel oben wieder den Berg runter… und siehe da hier war fast nichts los. Die meisten Motorradfahrer und die ganzen Hobbyrennfahrer sind also alle auf der italienischen Seite die Serpentinen hoch und runter gedonnert. Die “Rückseite” war wohl zu langweilig…

Landschaftlich herrlich aber ja, für jemanden der den Fahrreiz mit Kurven sucht war das vielleicht zu gerade… wie schön, mehr Platz für mich zum Gondeln.

Ewig lange Strassen durch die Berge. Da hinten hinter der Kurve beim ersten Bild kam dann mal irgendwann die Mautstation was 18€ für die kleine Vespa kostete. Danach ging es runter nach Sölden.

Nach Sölden musste ich dann ziemlich lange auf der Ötztal Bundesstrasse B186 fahren. Da war wieder einiges los. Bei Umhausen/ Östen hatte ich jedoch für ein paar Kilometer eine idyllische Strecke parallel zur großen Strasse gefunden. Erst ging es mit dieser Holzbrücke über den Fluss “Ötztaler Ache”.

Dann ging es auf diesem Schotterweg weiter 🙂.

Mein Versprechen an mich selber aus der Slowenien Geschichte hatte ich noch gut in Erinnerung aber das verlief alles sehr harmlos. Dieser Waldweg hier war sogar äusserst angenehm, leicht kühl und es lag ein schöner Duft nach Wald in der Luft 🙂.

Nachdem schönen Waldweg musste ich noch einmal die Bundesstrasse überqueren und konnte auf diesem kleinen Weg weiterfahren.

Dabei kam ich auch an diesem sehr schönen Haus vorbei.

Nochmal durch den Wald.

Und nach weiteren wenigen Kilometern durch die brütende Hitze kam ich an meinem Ziel für den Tag in “Arzl im Pitztal” an. Dort konnnte ich meine Vespa in der Tiefgarage abstellen und hatte es nur ein paar Gehminuten zu einem netten Restaurant wo ich ein super leckeres Abendessen bekommen hatte. Der Bergetappe war geschafft.

Tag 11: Arzl im Pitztal/ AT – Reinhardsweiler/ DE (197 km)

Nachdem ja letztes Jahr das Wetter zum Ende meiner Tour so kalt und regnerisch wurde hatte ich ja nochmal den Rückweg fast gleich geplant (zumindest den Teil durch das Allgäu) und die Überfahrt über das Hahntennjoch mit eingebunden.

Das Höhenprofil für den Tag. Einmal hoch auf über 1900 Hm und dann praktisch ausrollen lassen bis ich schwäbisch höre…

Der Blick aus meinem Hotelzimmer morgens um 6 Uhr. Wieder ein schöner Tag vor mir.

Aber erstmal noch ein schönes Frühstück mit all dem was das Buffet so an glutenfrei hergegeben hat.

Dann ging es los. Das kleine Städtchen Imst was so der Einstieg ins Hanhtennjoch ist, war gerade mal so 5km von meinem Hotel entfernt. Die kleinen Strassen in Imst erkannte ich noch von letztem Jahr. Nach kurzer Fahrt war ich also draussen in der Natur und es ging wieder hoch.

Ahh, wie schön. Als ich da letztes Jahr hoch bin hatte ich vor lauter Nebel nichts gesehen. Dieses Mal bin ich schön im T-Shirt hochgefahren und konnte die Aussichten geniessen.

Blick runter ins Tal.

Es war ziemlich felsig da oben.

An der Stelle hatte ich letztes Jahr auchmal kurz angehalten. Da ging es irgendwo rechts ab zur Maldon Alm. Ich war echt froh dass ich den erneuten Anlauf genommen hatte und die Strecke nochmal gefahren bin. Ich war ja wieder mal  früh dran und auch dieses Mal kamen die Motorradfahrer erst später. So unter der Woche war da echt wenig los.

Nochmal die felsigen Berghänge. Ich war fast oben.

Das hier war nun schon wieder auf der Fahrt nach unten. An der Stelle hatte ich letztes Jahr nur noch einen Tunnelblick und bin stur durch den starken Regen und Kälte gefahren.

Auch in Österreich gibt es freilaufende Kühe. Diese Gruppe hatte es sich in einer Serpentine bequem gemacht.

Unten angekommen kam ich dann ins Lechtal. Was für eine schöne Gegend dort. Hier musste ich dann ein paar Kilometer auf der Bundesstrasse B198 fahren. Die Gegend dort war wunderschön… nur hatte ich auf dieser B198 zweimal sehr unschöne Situationen. Das ist halt echt eines dieser Nadelöhrs wo der ganze Verkehr durch muss. Unter anderem auch die großen Monster LKWs. An dem Tag hatte ich es 2 Mal dass die mich gefühlt von der Strasse geschoben haben. Ein mulmiges Gefühl wenn ich im Rückspiegel nur einen 2x2m Kühlergrill sehe. Ich lasse die dann i.d.R. überholen indem ich dann rechts raus fahre. So auch dieses Mal. Jedoch waren die Haltebuchten nach unten versetzt und geschottert. Vorher abbremsen geht nicht mit den Kolossen so dicht hinter mir. Also mit Vollgas in die Schotterbucht reinschanzen und abbremsen während der LKW an mir vorbeidonnert… Das hatte ich 2 Mal an dem Tag und mein Entschluss war endgültig gefasst. Ich brauch was Schnelleres! Dazu später mehr…

Trotz LKWs wollte ich mir nicht die Laune verderben lassen. Hier bin ich mal kurz links abgebogen um von dieser Brücke dieses Panorama zu fotografieren. Schon der Hammer!

In Weißenhach am Lech bin ich dann links abgefahren in Richtung Tannheimer Tal auf der Tannheimer Bundestrasse B199. Wieder ne Bundesstrasse aber etwas weniger Verkehr zum Glück.

Nach wenigen Kilomtern kam ich dort am Haldensee an. Was für ein idyllisches Eck. Es war mittlerweile so um 11.15 und schon ziemlich heiss. Komisch dass da keine Badegäste waren.

Kurz danach in dem Dorf Grän bin ich rechts ab und ein paar Minuten später war ich wieder zurück in Deutschland. An der Stelle hier war ich schon an Pfronten vorbei. War kurz vor Reichenbach. Es war echt super heiss, hatte nur kurz im Schatten angehalten um was zu trinken, wollte jedoch noch ein wenig vom Allgäu dokumentieren.

Auch hier nochmal ein Foto vom schönen Allgäu, kurz hinter Rettenberg.

In der Nähe von Bad Wurzach bin ich noch eine kurze Strecke durch den Wald auf einem Schotterweg gefahren. Mittlerweile war ich schon in Baden Württemberg 😀.

Kurz vor meinem Hotel. Ich war im Schwäbischen angekommen.

Meine Pension hatte den netten Namen “Landhotel & Gaststuben Zum Hasen” Dort konnte ich die Vespa im Schatten abstellen und mich erstmal von der Hitze erholen. Als Bier hatten die Farny. Sagte mir erstmal nichts aber kurz recherchiert habe ich folgendes herausgefunden: “Die Edelweißbrauerei Farny erfand 1924 das erste hefefreie Weizenbier, bekannt als Kristallweizen. Ursprünglich wurde es als “Champagner-Weizen” verkauft”. Selbstverständlich habe ich mir dann eins bestellt. When in Rome…oder wie war das?

Noch kurz als Beweiss dass ich wirklich im Schwäbischen war 😀.

Tag 12: Reinhardsweiler/ DE – Bad Teinach (147 km)

Ich war zurück in Deutschland. Auf einen Rutsch nach Hause fahren wären über 300km gewesen… Das wollte ich mir bei der Hitze nicht antun, somit hatte ich einen Schlenker nach Bad Teinach eingeplant und dort ein Hotel mit Restaurent gefunden (dachte ich zumindest). Krass, mir wurde wieder klar, dass bisher echt alles geklappt hatte. Die Vespa ist wieder super gefahren und hat mich überall verlässlich hoch und runter gebracht. Nun konnte auch nichts mehr schiefgehen!

Ortsausfahrt wo mein Hotel zum Hasen war. Schön ländlich aber auch schon in der Früh sehr heiss.

“Schwäbische Rauchfleisch Spezialitäten” in Dürnau, zumindest früher einmal denke ich.

Felder und Wiesen auf der Schwäbischen Alb.

Irgendwo kurz nach Riedlingen habe ich nochmal kurz im Schatten Pause gemacht. Was für eine Hitze an dem Tag!

Kurz vor Gauselfingen die schöne Natur von der Schwäbischen Alb. Lustig, die ganzen Namen der Dörfer und Städte dort kannte ich noch alle aus meiner Kindheit!

Und natürlich musste ich vom Firmengeländer “trigema” ein Foto in Burladingen machen! Ich hatte vor vielen Jahren schon meinen ersten “Affenpulli” wie ich es nannte. Ein trigema sweatshirt 😀. Einfach eine mega Qualität.

Die Gegend danach war nun nicht mehr ganz so aufregend. Zumindest auch in der Hitze… ich wollte nur endlich im Schwarzwald ankommen.

Yes, das sah schon echt nach Schwarzwald aus.

Kurz danach war ich dann in Bad Teinach… leider eine unschöne Überraschung. Trotz dass Booking.com das Hotel mit offenem Restaurant gelistet hat, versicherte mir die Dame beim Check-in mit überraschtem Blick: Nein das Restaurant hat zu…hmmm, schade. Okay es gab ja noch eines in Bad Teinach. Dort angerufen: Nein die haben geschlossen wegen Krankheit… der Herr meinte es gibt noch das Thermen Hotel. Es war unerträglich heiss. Mein Zimmer hatte Sonnenseite und es waren sicher über 40 Grad in meinem Zimmer. Ich musste raus. Hier also auf dem Weg durch Bad Teinach auf der Suche nach diesem Thermen Hotel.

Auf dem Weg dorthin kam ich an diesem alten Wasserrad vorbei.

Okay ich hatte es gefunden. An einer Terasse stand “Nur für Thermengäste”… So richtig willkommen habe ich mich nicht gefühlt. Der Kellner versicherte mir aber dass ich drinnen sitzen konnte. Also, wenn schon in Bad Teinach dann wenigstens den berühmten Sprudel trinken. Das war lecker an dem heissen Tag.

Es war jedoch gerade mal kurz nach Vier… Ich hatte noch viel Zeit zu vertreiben bis ich mir was zum Essen bestellen konnte (Einen Supermarkt oder Laden oder irgendwas gab es in Bad Teinach auch nicht). Also musste ich mir irgendwie meinen Aufenthalt dort drin in dem klimatisierten Raum erkaufen… Also einmal einen Eisbecher. Ist ja sonst nicht so mein Ding aber das würde meinen stundenlangen Aufenthalt dort etwas rechtfertigen dachte ich, bevor die mich da noch rausschmeissen. Lecker wars zumindest 😀.

Zwei Stunden später nach dem Eis konnte ich mir dann in der etwas überteuerten Hotel Restaurant Bar noch ein Wiener Schnitzel und ein Bier bestellen. War auch lecker aber bei den Preisen verging mir fast der Appetit – aber egal. Danach sass ich noch ein wenig im Schatten dort im Hotel Park. Hier zu bewundern mein Sonnen/ Regenhut den ich mir für die Reise gekauft habe. Kam einmal im Regen in Slowenien zum Einsatz und hier an dem Nachmittag & Abend war ich sehr froh wegen der Sonne.

Noch ein kurzer Spaziergang durch Bad Teinach. Ich war nicht bestrebt danach in mein super heisses Zimmer zu kommen.

Blick auf das Hotel Therme in Bad Teinach. Irgendwann bin ich dann doch in mein Hotel zurück. Es war noch immer sehr heiss… Von meiner Unterkunft war ich echt nicht begeistert muss ich gestehen. Also wenn es schon ein Sonnenseite Zimmer sein muss dann stellt man da doch einen Ventilator rein. Sowas hatte ich schon in ganz anderen Zimmern, das sollte Standard sein! Aber gut, war halt so… 😀.

Tag 13: Bad Teinach – Rimbach (155 km)

Endspurt! Letzter Tag meiner Reise. Nachdem ich schon bei meiner Schwabenrundfahrt einen Teil durch den Nordschwarzwald gefahren bin und die Strecke echt schön war habe ich diese “Transfer” Strecke gerade nochmal fast gleich geplant.

Aber erstmal noch ein letztes Mal einen löslichen Kaffee aus meiner schicken Falttasse und meinem Plastiklöffel aus Ansbach 😀. Es war gerade mal kurz nach 5. Aber ich wollte früh los um noch in den kühleren Morgenstunden eine gewisse Strecke fahren zu können.

Das war schon echt schön so um 6 schon auf der Vespa zu sitzen und durch den Schwarzwald zu fahren. So eine angenehme Temperatur und weit und breit noch kein Mensch unterwegs. Es war ja Sonntag morgen.

Herrlich mit der tiefen Sonne die gerade aufging. Kurz danach habe ich wieder 2 Hasen über ein gemähtes Feld hoppeln sehen. Was für eine Idylle.

Den etwas unglücklichen Nachmittag am Tag zuvor hatte ich vergessen. So ein schöner Morgen mit so einer friedlichen Stimmung hat das alles wieder gut gemacht.

“Igelsloch” Was ist das denn bitte für ein goldiger Name!? Stellt euch mal vor wenn man sagen kann “Ich wohne in Igelsloch” 😊.

Vespa Abenteurer in der Morgensonne.

Ich wollte die angenehme Temperatur und das schöne Licht noch ausnutzen und nicht nur die letzten Kilometer heimheizen.

Auch wenn das nicht die schneebedeckten Berge wie tags zuvor waren… es war trotzdem sehr schön mit all den goldenen Feldern im warmen Morgenlich. Hier in der Nähe von Kraichtal. Mittlerweile war ich schon durch Bretten durch. Dort war an dem frühen Sonntag Morgen jedoch noch nichts los. Ein, zwei Menschen sah ich mit Bäckerstüten wohl anscheinend vom Bäcker kommen. Das wars aber auch schon mit dem Verkehrsaufkommen 😊.

Den Teil im Odenwald bin ich dann doch schnell heimgefahren ohne großartig für Fotos anzuhalten. So war ich also schon um 10.46 vor der größten Hitze zurück. Lisa hatte mich über Google Find schon getracked wo ich gerade bin und hat mich unten vor der Garage überrascht. Wie toll, ich war daheim. Alle gesund und munter und ich hatte wieder viele Abenteuer erlebt.

Tja was war nun mit meiner Überlegung dass ich was Schnelleres brauche… Der Gedanke kam mir zuletzt ganz deutlich auf der Lechtal Bundesstrasse. Ja, schneller sein wäre ganz schön manchmal. Andererseits war mir aber auch klar, dass eine schnelle Vespa mit den kleinen Reifen auch echt gefährlich wäre für mich. Da müsste ich höllisch aufpassen bei meinen abenteuerlichen Strassen die ich gerne fahre. Bei mir liegt der Fokus ja mehr auf gondeln, schauen, fotografieren und geniessen. Nicht auf bewusst “Motorrad fahren”. Ich schieb nun mal die Schuld auf Slowenien: Dort habe ich diese Piaggio Dreiräder die ganze Zeit gesehen. Sieht man in Deutschland ja kaum. Dort fuhren diese Roller aber sehr viel rum. Und eigentlich sah das ziemlich relaxed aus 😊. Mittlerweile habe ich eine Probefahrt mit so einer Rakete hier bei meinem Piaggio Händler in der Nähe gemacht. Oh Wow, geht das Ding ab… fährt durch die 2 Räder vorne jedoch wie auf Schienen. Also Zack, gleich bestellt (Die Ausführung wie oben auf dem Werbefoto von Piaggio abgebildet) und nun sollte das gute Stück irgendwann mit den paar Wochen Lieferzeit demnächst ankommen.


Das wird meine kommenden Reisen sicher etwas verändern. Mit dem Geschoss darf man auch mal auf die Autobahn, wenn es sein muss. Das ist vor allem hilfreich wenn doch mal wieder eine Strecke gesperrt ist. Ich denke ich bin einfach etwas flexibler damit. Das Gondeln möchte ich mir beibehalten, kann dann aber auch mal düsen um den LKWs aus dem Weg zu geben. Ach ja das Beste. Ich kann mit dem Gefährt am Berg anhalten, die 2 Räder vorne sperren dass die nicht umkippt, mit der Fussbremse bremsen und kann so mal schnell ein Foto machen ohne abzusteigen und Vespa aufbocken. Wir werden sehen… Ich werde dieses Jahr sicher noch ne kleine Tour damit machen. Und dann überlege ich mir ob ich vielleicht nächstes Jahr für länger in die Toskana runter fahre
 🙂.

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